Kartonverpackung Klebstoff Controller 4.0
Düsseldorf, Deutschland - 26. Januar 2018
Hinweis: Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Januar-Ausgabe 2018 der molkerei industrie
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Die A+F Automation + Fördertechnik GmbH ist seit mehr als 40 Jahren einer der international führenden Anbieter von Endverpackungsmaschinen und kompletten Konfigurationen. Als weiteren Beweis seiner stetigen Innovationskraft präsentierte das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Kirchlengern auf der diesjährigen Interpack den neuen Tray Aufrichter 216-S. Interessanterweise ist die Steuerung des Schmelzklebstoffsystems Applikation des langjährigen Partners Nordson nicht nur direkt in die Muttermaschine-Steuerung integriert, sondern kann auch ferngesteuert werden.
Der speziell für die Milch- und Lebensmittelindustrie konzipierte Trayaufrichter ist durch seine technischen Finessen zukunftsweisend, auch im Hinblick auf das Management von Kartonverpackungen Klebstoff. Die Maschine ist serienmäßig mit einem ProBlue Applikation System und pneumatischen Appllikator (singular), Applikatoren (plural) der Nordson Corporation, dem US Klebstoff Technologiespezialisten mit Europazentrale in Erkrath, ausgestattet.
Im konkreten Fall der in Düsseldorf gezeigten Linie wurde eine Schmelzgerät der Größe 10 installiert, die fünf Dosieren-Pistolen der als Industriestandard geltenden Serie MiniBlue II mit Schmelzklebstoff versorgte. Sie arbeiten mit einer minimalen Schaltzeit von 2 ms und zeichnen sich durch einen langen Lebensdauer von mehr als 100 Millionen Zyklen aus. Um alle Klebstoff Aufgaben erledigen zu können, kamen drei Dosieren Pistolen in vollisolierter Slim-Bauweise sowie ein zweimoduliger und dreimoduliger MiniBlue II Spezialapplikator zum Einsatz.
Integration in die Steuereinheit Muttermaschine
Als Besonderheit ist die Steuerung und Überwachung dieser Konfiguration über Profibus in das HMI des Muttermaschine integriert. Seit Kurzem stellt Nordson sogenannte PMI-Starterkits (Muttermaschine Integration) für alle gängigen Steuergeräte zur Verfügung. Sie reduzieren die Programmierzeit auf weniger als einen Tag, in manchen Fällen sogar auf weniger als eine Stunde. Die Maschine wurde mit einem Simatic-HMI Comfort Panel ausgestattet. Selbstverständlich ermöglicht A + F auch die Integration von Allen-Bradley- oder Schneider-Komponenten.
Die Software, die kostenlos auf der Nordson Website zum Download bereitsteht, ermöglicht es, für jedes Gerät und damit auch für den Schmelzgerät ein individuelles und intuitives Bedienfeld zu erstellen. Die Steuerungsfunktionen werden weiter ausgebaut, sodass nahezu alle Daten der Schmelzgerät angepasst, ausgewertet und gesammelt werden können. Das ist für den Maschinenbediener in jeder Hinsicht komfortabel und Transpatente, da alle relevanten Parameter auf einen Blick verfügbar sind.
Um einen rundum komfortablen Klebeprozess zu entwickeln, wurde auch die Möglichkeit geschaffen, das System online fernzusteuern. Dies geschieht über einen Tablet-PC und bietet dem Nutzer ein interessantes zusätzliches Optional.
Servoantriebe mit virtueller Leitwelle
Weitere technische Merkmale des neuen Trayaufrichters 216-S mit einer Leistung von 2.700 Kartons pro Stunde sind bemerkenswert. Die getaktete Maschine ist mit bis zu zwölf möglichst nahe an den Falzelementen angeordneten Servoantrieben ausgestattet, die von einer virtuellen Leitwelle gesteuert werden. Das horizontale Zuschnittmagazin hat eine Aufnahmelänge von 900 mm und eine Ladehöhe von ca. 800 bis 1.000 mm je nach Zuschnitt. Verwendet wird Wellpappe oder 0,8 mm Vollpappe.
Aus den Verpackungszuschnitten aus Karton lassen sich verschiedene Kastenvarianten formen; gerade, innen- oder außen konische Lochkisten mit oder ohne Stapelecken. Um eine hohe Wiederholgenauigkeit zu gewährleisten, werden alle Falt- und Umformvorgänge gegen einen festen Kern durchgeführt. Der Formatbereich ist ebenfalls Flexible. Die Abmessungen des Tabletts liegen zwischen 200 x 150 x 25 mm und 400 x 400 x 50 mm (L x B x H). Die Ecklaschenhöhen variieren von 25 bis 140 mm.
Besonders hervorzuheben ist der Einbau von „Kontrollpunkten“ in die Maschine. Davon sind vier am Zuschnittausgang und in den drei Form- und Falzstationen positioniert. Sie dienen der schnellen Problemerkennung und -lokalisierung. Das Maschinenpersonal wird sofort über den Fehlerort informiert und muss nicht zusätzlich auf das Bedienpult schauen. Dadurch sind kurze Reaktionszeiten möglich.